Gefahren undifferenzierter „homöopathischer Geburtsvorbereitung"

Eine weit verbreitete Empfehlung an Schwangere – die einige Wochen vor dem Geburtstermin stehen – ist, zur Geburtserleichterung Caulophyllum und Pulsatilla im Wechsel einzunehmen. Die regelmäßige Einnahme dieser beiden Arzneien, wenn nicht nach dem Simile-Prinzip verordnet, führt jedoch häufig zu folgenden Problemen: Die Patientin erlebt meist eine gute, rasche Eröffnungsphase mit einem Geburtsstillstand in der Austreibungsperiode – dies kann medizinische Interventionen wie Saugglocke oder sogar einen Kaiserschnitt erforderlich machen, die bei einer nicht unspezifischen Einnahme der beiden Mittel vermeidbar gewesen wären.

Der Grund: Falls eine Patientin nicht zufällig ihrer Konstitution gemäß Caulophyllum oder Pulsatilla braucht, so wird sie durch die wochenlange Einnahme dieser Arzneien zwangsläufig eine Arzneimittelprüfung durchmachen. Das heißt, dass jede Patientin, die Caulophyllum fälschlicherweise eingenommen hat, infolge der Arzneimittelprüfung in eine Wehenschwäche in der Austreibungsphase getrieben wird. Pulsatilla bewirkt in der unfreiwilligen Arzneimittelprüfung, dass die Patientin psychisch labil wird, weinerlich und anlehnungsbedürftig ist und dass sie das Vertrauen in sich und die Fähigkeit zum Gebären verliert.