Gefahren homöopathischer Komplexmittel

Komplexmittel sind Mischpräparate aus homöopathischen Tiefpotenzen. Komplexmittel lindern oft oberflächliche Krankheitssymptome, können aber zu erheblichen „Nebenwirkungen“ führen.
Ein Beispiel: Eine junge Patientin litt in Folge eines grippalen Infektes an starkem Husten. Sie kaufte in der Apotheke ein Komplexmittel, das unter anderem aus der Arznei Belladonna bestand. In der Hoffnung, dass bei häufiger Einnahme das Fieber sinken würde und die allgemeinen Grippesymptome weniger würden, steigerte sie die Einnahme. Nach einigen Stunden entwickelte die Patientin zusätzlich heftigste, pochende Kopfschmerzen, das Fieber stieg deutlich an, der Husten wurde schmerzhaft und quälend. Als die Patientin die Einnahme weiter steigerte, nahmen die Krankheitssymptome an Intensität weiter zu und es kam heftige Unruhe hinzu. Die nach zwei Tagen beigezogene Homöopathin setzte das Komplexmittel ab, antidotierte es und nach wenigen Stunden war die Patientin wieder beschwerdefrei.

Aber Vorsicht: nicht immer können negative Wirkungen von homöopathischen Arzneien rückgängig gemacht werden. Komplexmittel werden fälschlicherweise als bedenkenlos eingestuft. Die hochwirksamen homöopathischen Arzneien in den Komplexmitteln können jedoch zu starken Arzneimittelprüfsymptomen führen. Es wäre wichtig, die Patienten beim Kauf mündlich darauf aufmerksam zu machen oder auf entsprechende Warnungen im Beipacktext hinzuweisen.