Gefahren des homöopathischen Abstillens

Oft wird Patientinnen vorgegaukelt, sie könnten durch mehrmalige Einnahme von Phytolacca in niederer Potenz »natürlich« Abstillen. Tatsächlich ist daran nichts »Natürliches«, da man lediglich eine Arzneimittelprüfung an einer gesunden Frau durchführt. Bei dieser unfreiwilligen Arzneimittelprüfung ist das Versiegen der Milch ein Arzneimittelnebeneffekt – eben genau jenes Symptom, bei dem Phytolacca hilfreich sein kann, wenn die Milchproduktion ungewollt plötzlich aufhört. Versiegt durch Phytolacca die Milch bei einer gesunden Frau, so wird sie auch andere für die Arznei typische Symptome entwickeln, die im Falle einer heftigen, schmerzhaften Pharyngitis möglicherweise sogar mit Antibiotika behandelt wird, wenn die Ärztin diese Symptome nicht als homöopathisch provoziert erkennt.

Das plötzliche Abstillen ist von der Natur nicht vorgesehen und kann daher homöopathisch nicht durchgeführt werden. Die Homöopathie versucht im Organsimus immer den natürlichsten, gesündesten Zustand herzustellen – daher sind weder plötzliches Abstillen, noch die Provozierung eines Abortes homöopathisch möglich. Natürliches Abstillen bedeutet Schritt für Schritt seltener zu stillen, bis die Brust sich an den verringerten Milchbedarf angepasst hat. Es sollte viel körperliche Bewegung gemacht werden (festen, engen BH verwenden, da die schwere Brust sonst schmerzt) und – sobald man das Stillen ganz unterlässt – mehrmals über den Tag verteilt eine Tasse Salbeitee und Pfefferminztee trinken, die nachweislich die Milchproduktion hemmen.