Kinderwunsch

Oft suchen Frauen nach jahrelangem, unerfülltem Kinderwunsch und mehreren künstlichen Befruchtungsversuchen verzweifelt die homöopathische Ordination auf. Je öfter Stimulationszyklen durchgeführt wurden, umso psychisch belasteter ist meist die Frau. Die immer wieder kehrenden Enttäuschungen, wenn die Menstruationsblutung wieder eingesetzt, führen zu tiefer Verzweiflung, ungerichteten Ängsten und psychischer Instabilität. „Ich erkenne mich nicht wieder“ ist ein häufiger Satz dieser Leid geplagten Frauen. Die homöopathische Therapie zielt nun auf zwei Bereiche ab: die Psyche zu stabilisieren und den Körper zu stärken. Es wird mit der Patientin, die meist über 35 Jahre alt ist, ein Zeitrahmen vereinbart, währenddessen nur homöopathisch therapiert wird. Dieser beläuft sich meist auf ca. 9 Monate. In dieser Zeit kann die Homöopathie wirken. Die Patientinnen merken meist schon nach wenigen Wochen wie sich ihre Lebensenergie und damit ihre Stimmung deutlich verbessern. Ihr Körper kann sich von den Strapazen der Stimulationen erholen, gesunden und oft kommt es in diesem Zeitintervall zu einer spontanen Befruchtung. Falls nicht, so zeigt die Erfahrung, dass der Organismus so weit gestärkt wurde, dass die nächste In-Vitro-Fertilisation (IVF) oft erfolgreich verläuft.
Während der Stimulationen sollte nicht homöopathisch behandelt werden, da die homöopathischen Arzneien den unphysiologischen Zustand der Stimulationen auszugleichen versuchen und so der gewünschte Effekt der Kinderwunschbehandlung abgemildert wird.
Wünscht eine Patientin ausschließlich eine homöopathische Kinderwunschbehandlung, so ist es dennoch nötig alle medizinisch erforderlichen Abklärungen durchzuführen. Die homöopathische Therapie hängt grundlegend vom Wissen ab, ob die Unfruchtbarkeit durch verklebte Eileiter, eine missgebildete Gebärmutter, Myome, Endometriose, aufgestiegene vaginale Infektionen oder einen männlichen Faktor bestimmt ist. In zuletzt genanntem Fall müsste dem Mann eine homöopathische Therapie empfohlen werden. Kinderwunschbehandlung ist oft ein „Rennen gegen die Zeit“ – daher muss mit der Patientin auch der Zeitfaktor offen und ehrlich besprochen werden.